Finanzielle Gesamtausstattung

Die im Rahmen dieser Studie befragten Studierenden verfügen im Durchschnitt pro Monat über rund 804 Euro, was einem Jahresbetrag von annähernd 9.650 Euro entspricht. Die Zusammensetzung des monatlich verfügbaren und nachfolgend dargestellten Betrages basiert dabei auf folgenden Komponenten:

  • BAföG
  • Studentenjob
  • Bildungskredit
  • elterliche Unterstützung
  • partnerschaftliche Unterstützung
  • verwandt-/bekanntschaftliche Unterstützung
  • private Ersparnisse

Im Durchschnitt wiegen sich die monatlich verfügbaren Beträge aus Studentenjobs und elterlicher Unterstützung nahezu auf. Knapp in Front liegen mit rund 266 Euro die Einkünfte aus individuell erbrachter Arbeit, während die Unterstützung der Eltern etwa 261 Euro beträgt. Letztere reicht damit deutlich über das nach Anzahl des Nachwuchses bemessene Kindergeld1 in Höhe von 184 Euro bis maximal 215 Euro hinaus. Insofern übertrifft die finanzielle Unterstützung der Eltern im Regelfall den 1:1-Transfer der staatlich gewährten Hilfe. Es folgen BAföG (145,5 €), Erspartes (55 €), Bildungskredit (33,5 €) sowie verwandtschaftliche (18 €) und partnerschaftliche Unterstützung (12 €).

Diagramm: Durchschnittlicher Anteil der Finanzierungsquellen am studentischen Einkommen (LENA)

Des Weiteren wurden die geschlechtlichen Unterschiede in der Zusammensetzung des monatlich verfügbaren Einkommens untersucht, jedoch konnten an dieser Stelle lediglich marginale Differenzen festgestellt werden. So bezogen männliche Studierende im Sommersemester 2012 gegenüber weiblichen im Durchschnitt ein Plus von rund 14 Euro durch Studentenjobs und griffen auf annähernd 18 Euro mehr an Erspartem zurück. Dagegen erhielten weibliche Studierende etwa 15 Euro mehr an elterlicher Unterstützung sowie ein Plus von rund 8 Euro beim BAföG, dazu ein Mehr von 7 Euro an finanzieller Unterstützung durch den Lebenspartner.

Deutliche Unterschiede lassen sich dagegen im Vergleich von BAföG-Beziehern und -Nichtbeziehern festhalten. Es bestätigt sich, dass insbesondere Eltern durch den BAföG-Bezug des Nachwuchses entlastet werden – im Durchschnitt dieser Befragung um 208 Euro pro Monat. Zudem wird deutlich, dass BAföG-Empfänger gegenüber Nichtbeziehern erheblich weniger Arbeitseinkommen erzielen. Das diesbezügliche Minus beläuft sich auf rund 140 Euro pro Monat. Vergleicht man die finanzielle Ausstattung von Migranten und Nichtmigranten, ergibt sich für Erstgenannte ein im monatlichen Durchschnitt um etwa 80 Euro höherer BAföG-Bezug. Demgegenüber erhielten Migranten im Sommersemester 2012 pro Monat rund 105 Euro weniger an elterlicher Unterstützung.

Nimmt man aus den zuvor dargestellten Durchschnittswerten diejenigen Studierenden heraus, die aus den genannten Kategorien keine finanziellen Mittel beziehen, verändert sich das Bild beträchtlich: Erhalten Studierende monatlich Geld durch einen Bildungskredit (dies gilt für 7 % der Befragten), liegt der durchschnittliche Betrag bei 447 Euro, was zugleich den Spitzenwert aller verglichenen Finanzierungsquellen darstellt. In kurzen Abständen folgen BAföG (435 €: 28,8 % der Befragten), Studentenjob (403 €: 63,1 %) und das Ersparte (402 €: 2,9 %). Außerdem steuern bei: Eltern (389 €: 67,8 %), Verwandte (153 €: 13,1 %) und Lebenspartner (334 €: 3,34 %). Zugleich wird die hohe Bedeutung der Studienfinanzierung durch die Eltern und das eigene Arbeiten deutlich. Für die prozentuale Inanspruchnahme finanzieller Mittel durch die jeweiligen Bezugsquellen lässt sich als Reihenfolge festhalten:

  1. Eltern: 68 Prozent
  2. Arbeit: 63 Prozent
  3. BAföG: 29 Prozent
  4. Verwandte/Bekannte: 13 Prozent
  5. Bildungskredit: 7 Prozent
  6. Lebenspartner: 3,5 Prozent
  7. Ersparnisse: 3 Prozent