Erworbene und angestrebte Abschlüsse

Das Durchschnittsalter der Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Erhebung liegt bei 23,7 Jahren, folglich verfügen rund zwei Drittel der Befragten noch über keinen universitären Abschluss. Spitzenreiter der bereits erworbenen akademischen Grade ist der bundesweit inzwischen flächendeckend eingeführte Bachelor mit 18,4 Prozent. Es folgen mit Abstand Diplom (2,1 %), Staatsexamen (1,8 %) und Master (1,5 %).

62 Prozent der Befragten streben als nächsten akademischen Grad den Bachelor an, dessen Regelstudienzeit von sechs Semestern laut einer Untersuchung des Statistischen Bundesamtes im Prüfjahr 2010 von wiederum 60 Prozent der Studierenden eingehalten wurde. Gleichzeitig stellt dies den Höchstwert aller durch die Wiesbadener Behörde verglichenen Abschlüsse dar. Der Master-Studiengang folgt hier mit 48 Prozent und rangiert damit ebenfalls deutlich vor dem traditionellen Diplom, das lediglich 20 Prozent der Prüflinge in der Regelstudienzeit beendeten.

Dies kommt zunächst einer Bestätigung der bildungspolitischen Zielsetzung gleich, die mit dem Bologna-Beschluss erfolgte: die frühzeitigere Verfügbarkeit junger Absolventen am Arbeitsmarkt anhand der schrittweise vollzogenen Ablösung der traditionellen Studiengänge Diplom und Magister durch die international vergleichbaren Grade Bachelor und Master.

Mit Blick auf die vorliegende Erhebung dient dies zugleich als Begründung für die gewachsene Marginalisierung von Diplom und Magister bei der Frage nach dem nächsten angestrebten Abschluss. Lediglich 4 Prozent der Befragten gaben hier das Diplom an, 1,5 Prozent das Magister-Studium. Von höherer Relevanz ist hingegen das traditionelle Staatsexamen, das von rund 11 Prozent der Befragten angestrebt wird.2 Auf dem Weg zum Master befinden sich dagegen 16 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Die Frage nach dem höchsten angestrebten Abschluss verdeutlicht, dass das Bachelor-Studium (9,5 %) mehrheitlich als Durchgangsstation zu Master (56%) und Promotion (12,1 %) gesehen wird. Das Staatsexamen folgt mit 8,8 Prozent, Diplom und Magister stehen dagegen mit 3,5 und 1,6 Prozent am Ende der statistischen Erfassung. Überdies beantworteten 4,8 Prozent der Studierenden die Frage nach dem höchsten angestrebten Grad mit der Option „kein Abschluss“.

Ob dies tendenziell auf unüberwindbare Schwierigkeiten bei der Bewältigung der universitären Agenda oder aber das Vorhandensein einer Art „Plan B“ für das individuelle berufliche Fortkommen zurückzuführen ist, bleibt im Rahmen dieser Erhebung unbeantwortet. Dies soll durch eine weitere Option „noch nicht sicher“ im Verlauf der kommenden Befragungen präzisiert werden.

Tabelle: Prozentualer Vergleich der Abschlussarten (Status quo und Perspektive)

bereits angestrebt
erworben nächster höchster
Bachelor 18.4% 62.0% 9.5%
Diplom 2.1% 4.0% 3.5%
Magister 0.5% 1.5% 1.6%
Master 1.5% 16.0% 55.9%
Promotion 0.1% 1.1% 14.1%
Staatsexamen 1.8% 11.0% 8.8%
anderer Abschluss 11.0% 0.9% 1.8%
kein Abschluss 64.6% 3.4% 4.8%