Fremdsprachenkenntnisse im Vergleich

Wesentliche Voraussetzung für eine berufliche Orientierung ins Ausland ist die individuelle Sprachkompetenz. Selbige wird nachfolgend dargestellt für:
Englisch
Französisch
Spanisch

Englisch ist die Welt- und Wirtschaftssprache Nummer Eins. Rund 1,5 Milliarden Menschen beherrschen sie, darunter 375 Millionen Muttersprachler (=25 % Muttersprachler). Im Rahmen dieser Untersuchung gaben 51,2 Prozent der Befragten an, über fließende Englischkenntnisse zu verfügen, ein in allen übrigen Sprachen für diese Kategorie nicht annähernd erreichter Wert. Weitere 40 Prozent beurteilten ihre Sprachkenntnisse als „gut“, gefolgt von „Grundkenntnissen“ (7,5 %) und „Muttersprachler“ (1,6 %).

Lediglich 0,3 Prozent gaben an, über keinerlei Englischkenntnisse zu verfügen. Setzt man voraus, dass bereits die Kategorie „gute Kenntnisse“ als die Voraussetzung für eine unproblematische bzw. zeitnahe sprachliche Integration im jeweiligen Zielland darstellt, könnten für das englischsprachige Ausland über 90 Prozent der Befragten von grundsätzlichem Interesse sein – und umgekehrt.

Die Bereitschaft zu transnationaler Arbeitsmigration ist bei den befragten Studierenden groß (und problematisch mit Blick auf den sich abzeichnenden Mangel an Fachkräften). Die als hoch einzustufende Sprachkompetenz im Englischen ist als wichtiger Indikator für die Praktikabilität dieser Migrationsbereitschaft anzusehen.

Diagramm: Selbstauskunft der Befragten zu englischen Sprachkenntnissen

Englisch

Französisch ist die fünftmeist gesprochene Sprache der Welt, mit 79 Millionen Muttersprachlern und 370 Millionen Sprechern gesamt (=21 % Muttersprachler). Im Gegensatz zur englischen Sprache wird sie unter den Befragten dieser Untersuchung von lediglich 4 Prozent fließend gesprochen. Weitere 2,2 Prozent sind Muttersprachler, sodass sich die Summe der Teilnehmer mit perfektem bzw. ausgezeichnetem Sprachniveau auf 6,2 Prozent beläuft.

Dagegen gaben 39 Prozent an, im Französischen über „keine“ Sprachkenntnisse zu verfügen. Den in dieser Kategorie alle anderen Sprachen übertreffenden Spitzenwert erreichte die Frage nach den „Grundkenntnissen“: 43 Prozent verorteten sich in dieser Kategorie.

Diagramm: Selbstauskunft der Befragten zu französischen Sprachkenntnissen

Französisch

Spanisch
Als viertgrößte Sprache der Welt wird Spanisch von 330 Millionen Muttersprachlern und insgesamt 420 Millionen Menschen gesprochen (=79 % Muttersprachler). Dennoch rangiert sie in der Relevanz der in Deutschland Studierenden etwas hinter dem Französischen, wofür als Begründung zunächst die größere geografische Entfernung der Bundesrepublik zu Spanien anzunehmen ist. 26,6 Prozent der Befragten verfügen über „Grundkenntnisse“, 6,7 Prozent über „gute Kenntnisse“ und in Summe lediglich 3,6 Prozent über perfekte/ausgezeichnete Kenntnisse (davon 2,3 % „fließend“ und 1,3 % „Muttersprachler“).

Perspektivisch deutet sich für den deutschen Bildungsbereich jedoch eine Relevanz-Erhöhung der spanischen Sprache an. So berichtete ZEIT ONLINE im September 2012 über sich deutlich erhöhende Zahlen von Deutschlernern in Spanien und weiteren südeuropäischen Staaten, registriert durch das Goethe-Institut. Um 80 Prozent sei die Nachfrage nach Deutschkursen in Spanien ab 2010 gestiegen, heißt es in dem Artikel. Hintergrund: Die Jugendarbeitslosigkeit liegt hier derzeit bei über 50 Prozent2, wodurch Arbeits- und Bildungsmigration in wirtschaftlich bessergestellte Staaten als individuelle Option im Leben junger Menschen an Gewicht zu gewinnen scheinen.

Diagramm: Selbstauskunft der Befragten zu spanischen Sprachkenntnissen

Spanisch