Selbsteinschätzung der beruflichen Perspektive

Ungeachtet der wirtschaftlichen Probleme in Teilen des Euro-Raumes und den damit verbundenen Gefahren für die deutsche Wirtschaft werden die Jobchancen im Anschluss an den akademischen Abschluss von den Studierenden mehrheitlich positiv gesehen. So stimmte der Aussage „Meine Jobchancen nach dem Studium sind gut“ etwa ein Viertel der Befragten zu, weitere 38 Prozent schränkten mit „stimme eher zu“ lediglich punktuell ein.

Damit gehen rund 63 Prozent der Teilnehmer von einem eher unproblematischen Übergang in das spätere Berufsleben aus. Dem stehen lediglich 14 Prozent der Befragten gegenüber, die zum gegebenen Zeitpunkt nicht an eine perspektivenreiche berufliche Zukunft glauben, wobei 4 Prozent dieser Gruppe die pessimistischste Kategorie „stimme nicht zu“ wählten.

Der Blick auf einzelne Studiengänge verdeutlicht jedoch, wie unterschiedlich die Jobchancen je nach Fachrichtung gesehen werden. Die Befragten aus dem Bereich Medizin /Gesundheitswissenschaften blicken hier am optimistischsten in die Zukunft: Rund 55 Prozent beurteilten die Aussage in uneingeschränkter Form mit „stimme zu“. Daneben ließen sich auch für Ingenieurwissenschaften (41,7 %), Mathematik (41,3 %) und Informatik (39,9 %) weit überdurchschnittlich positive Jobaussichten erfassen.

Erheblich pessimistischer sehen dagegen angehende Absolventinnen und Absolventen im Bereich der Sprach- und Kulturwissenschaften den bevorstehenden Übergang in den Beruf, hier stimmten lediglich 11 Prozent der Aussage „Meine Jobchancen nach dem Studium sind gut“ voll und ganz zu. Ähnlich niedrige Werte ließen sich für Studierende in den Sozial- und Geisteswissenschaften (11,4 %), dem Bereich Kunst/Musik (14,2 %) oder rechtswissenschaftlichen Studiengängen (16,2 %) festhalten.

Vergleicht man die Selbsteinschätzung der eigenen Jobchancen männlicher und weiblicher Studierender, sind ebenfalls deutliche Unterschiede feststellbar: 33 Prozent der männlichen Befragten sehen dem Jobeinstieg uneingeschränkt positiv entgegen, auf weiblicher Seite sind es lediglich 20 Prozent. Dieser signifikante Unterschied soll im Verlauf der Folgestudien näher analysiert werden.

Tabelle: Prozentuale Selbsteinschätzung zur Aussage „Meine Jobchancen nach dem Studium sind gut“

„stimme eher zu“ „stimme zu“ gesamt
Medizin 29.0 55.4 84.4
Mathematik 37.8 41.3 79.1
Ingenieurwissenschaften 36.5 41.7 78.3
Informatik 37.0 39.9 76.9
Psychologie 45.0 27.0 72.0
Wirtschaftswissenschaften 45.1 24.4 69.5
Erziehungswissenschaften 43.6 23.6 67.2
Naturwissenschaften 37.9 24.8 62.8
Rechtswissenschaft/ Jura 44.5 16.2 60.7
Medienwissenschaften 378 16.7 54.5
Sozial- und Geisteswissenschaften 35.4 11.4 46.9
Kunst / Musik 29.7 14.2 43.9
Sprach- und Kulturwissenschaften 30.8 11.0 41.9

Die insgesamt positive Wahrnehmung der individuellen Berufschancen ist dabei nicht nur an die Fächerwahl, sondern auch an bereits gemachte Joberfahrungen geknüpft. Rund 41 Prozent der Befragten sehen in der richtigen Wahl des Nebenjobs einen Vorteil für den späteren Berufseinstieg. Gestützt wird dies durch die Frage nach der individuellen Motivation für einen Job neben dem Studium. Hier stimmten der Aussage „…um praktische Erfahrungen und Kontakte zu sammeln“ über 50 Prozent der Befragten zu, lediglich 27 Prozent beantworteten diese Aussage mit „nein“.

Dennoch wird der Nebenjob über den akademischen Abschluss hinaus mehrheitlich nicht als beruflich vertiefenswert bzw. ausbaubar angesehen: Der Aussage „Mein Nebenjob ist für mich später auch in Vollzeit vorstellbar“ stimmten lediglich 6,4 Prozent uneingeschränkt zu. Weitere 8,3 Prozent entschieden sich für die Option „stimme eher zu“ (14,7 % gesamt). Im Vergleich dazu gaben in Summe der Antwortoptionen „stimme nicht zu“ und „stimme eher nicht zu“ 65 Prozent an, der Aussage nicht zustimmen zu können.